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Offener Brief der Nukla
#1
Offener Brief an die Leipziger Stadträte zum künftigen Verlauf des Pleißemühlgrabens zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Ranstädter Steinweg

Mit dem Vermerk „nicht öffentlich“ liegt dem Stadtrat die „Informationsvorlage Nr. VIDS-034840“ vor, in der sich die Verwaltung für die Umverlegung des Pleißemühlgrabens an den Goerdelerring positioniert hat. Diese Variante lehnen wir nachdrücklich ab.

Kritik an der Position der Verwaltung

• Der stadtnahe Verlauf des Pleißemühlgrabens ist seit beinahe 1000 Jahren unverändert; Umverlegung heißt Missachtung vieler kulturhistorischer Aspekte dieses sensiblen Bereichs. • Die Beibehaltung des komplett bodenversiegelten Hofs der Hauptfeuerwache beeinträchtigt die Wohnqualität des Quartiers und verhindert die umfassende Neugestaltung des kriegszerstörten Naundörfchens. • Ein deutlich verkürzter neuer Flusslauf schmälert den Gewinn für das Stadtbild. • Schall- und Schadstoffemissionen schränken das Verweilniveau am Ring drastisch ein. • Die den Fluss begleitenden Grünzonen können hier nur schmal ausgebildet werden, da ein enges Wechselverhältnis zu den verbleibenden Platzflächen besteht. • Es sind deutlich weniger PKW-Stellplätze als beim historischen Flussverlauf möglich, das ist besonders im Hinblick auf das geplante Hochhaus problematisch. • Bislang hat es keine Beteiligung der Bürger in der Frage des Flussverlaufs gegeben; eindeutige Plädoyers des Fördervereins Neue Ufer und des Waldstraßenviertel e.V. gegen die Variante der Umverlegung sind seit Jahren unreflektiert.

Wir plädieren für Beibehaltung des historischen Verlaufs u. a. aus folgenden Gründen:

• Respektierung der Ortsgeschichte und Erhalt der beiden kulturhistorisch bedeutenden Brückenstellen Lessingbrücke und Naundörfchenbrücke. • Die durchgehende, vom Verkehr abgeschirmte Uferpromenade bietet eine hervorragende Erlebbarkeit des Flusses. • Der Wohnhof wird beruhigt und gewinnt deutlich an Aufenthalts- und Erholungsqualität, der Besuchsanreiz ist vorprogrammiert. • Das Naundörfchen wird mit begrünten Uferterrassen und einer Kita als individuelles Stück Leipzig neu gestaltet. • Die Unterquerung des Hochhauses durch den offen geführten Fluss kann für den Bau selbst sowie für den Standort insgesamt eine besondere Attraktion werden. • Vor der Feuerwache und dem IHK-Gebäude ist eine Tiefgarage mit großer Stellplatzzahl realisierbar und sinnvoll. • Die Ringpromenade bleibt erhalten, die Gestaltung eines modernen Stadtplatzes am Fuße des Hochhauses ist möglich. • Unter Berücksichtigung aller Für und Wider ist der historische Flussverlauf die eindeutig bessere Lösung für den Stadtteil.

Wir begrüßen es, dass sich die Verwaltung endlich zur Einbeziehung der Bürger entschlossen hat. (LVZ vom 2./3. 9. 2017)

Leipzig, 3. Oktober 2017
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