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  Stellenausschreibung stellv. Präsident
Geschrieben von: Klaus-Otto - 05.02.2018, 12:57 - Forum: öffentliche Informationen - Antworten (1)

Liebe Wanderfreunde, interessierte Leipziger Bürger,

wer aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden ist, sich aber noch voller Elan fühlt, für Wandern, als eine der schönsten Freizeitbeschäftigen, ein Herz hat, der hat hier die ultimative Herausforderung für sich gefunden.
Unser Verein sucht zur Verstärkung des Präsidium`s noch einen stellvertretenden Präsidenten. Wir sind ein Wanderverein,
der seit 1990 besteht und mit über 700 Mitgliedern, in 26 Wandergruppen, einer der Größten in der Region ist.

Nachfolgend unsere Stellenausschreibung:


Stellenausschreibung (intern und extern)

Stellvertretende/r Präsident/in (Vorstand)

Stellenanbieter:        Verein Leipziger Wanderer e.V.
Bewerbungsfrist:      26.02.2018
Arbeitsbeginn:          zum nächstmöglichen Zeitpunkt
Arbeitszeit:              nach Bedarf, ca. 13 Std. / Woche
Anstellungsverhältnis:   im Ehrenamt
Arbeitsort:                Leipzig (in Ausnahmefällen: Org. v. Wanderungen in Sachsen)


Tätigkeitsprofil
Zu den konkreten Aufgaben des ausgeschriebenen Arbeitsplatzes gehören:
1.  Betreuung der Mitglieder
2.  Betreuung der Wandergruppen
3.  Betreuung der Trainer und Wanderleiter
4.  Organisation von Veranstaltungen
5.  Organisation und Durchführung von Sitzungen
6.  Finanzen
7.  Arbeit am Leipziger Wanderkalender
8.  Öffentlichkeitsarbeit
9.  Sponsoring
10. Besetzung der Geschäftsstelle
11. Materialverwaltung und -beschaffung
12. Unfallmeldungen
13. externe Kooperation
14. Organisation vom Sportwanderungen
15. Organisation der Öffentlichen Wanderungen
16. Organisation der Auszeichnungen



Anforderungsprofil:
• abgeschlossene Berufsausbildung
• Fahrerlaubnis der Klasse B
• Grundkenntnisse der üblichen IT-Anwendungen (Word, Excel, Outlook, Internet)
• Team- und Kommunikationsfähigkeit
• Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten
• Flexibilität und Einsatzbereitschaft
• Interesse am Wandern

Bewerbungsverfahren
Bewerben Sie sich bitte per mail unter: siebeneichner@wanderverein-leipzig.de

Kontakt:
Klaus Siebeneichner (Präsident im Verein Leipziger Wanderer e.V.)
Telefon: 0341/9124369

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  Was Wandergruppenleiter alles zu tun haben!
Geschrieben von: Klaus-Otto - 03.02.2018, 14:12 - Forum: Leistung soll sich lohnen! - Keine Antworten

Liebe Wanderfreunde,

die Wandergruppenleiter sind die Stützen in unserem VLW. Vielen Wanderfreunden ist gar nicht bekannt was alles
an dieser Funktion dran hängt?

Es besteht die Vorstellung des Präsidiums, ab 2018 diesen Personenkreis, ebenso wie dem Präsidium, eine
Ehrenamtspauschale, als finanzielle Anerkennung zukommen zu lassen. Über 50 % unserer Wandergruppenleiter sind keine Trainer C und erhalten somit auch keine Würdigung für ihre Führungsarbeit. Es ist das Ziel des Präsidiums,
dass gerade die Wanderfreunde anerkannt werden, die sich aktiv in die Vereinsarbeit einbringen. Auch darüber wollen wir in unserer Mitgliederversammlung am 27. Februar 2018 beraten.


Die Aufgabe eines Wandergruppenleiters / Wandergruppenleiterin besteht in der Führung seiner / Ihrer Wandergruppe. Das bedeutet im Einzelnen:

                                                                                                                               Termin                        
* Vorbereitung und Durchführung der Wandergruppenberatungen                                 monatlich

* Der WG-Ltr. trägt die Verantwortung dafür, das die                                                   bis 31. Januar
  Beitragskassierung in der WG organisiert wird

* Erstellung der Wandergruppenpläne (Wanderungen, Gruppenfahrten usw.)                 monatlich
                                                                                                                               halbjährlich
                                                                                                                               jährlich

* Teilnahme an Beratungen / Anleitungen durch das Präsidium                                     halbjährlich

* Einbringen von ca. 3 Vorschlägen (Wanderungen) für den Wanderkalender                 31. Juli
  des Folgejahres

* Erarbeitung der Bestandsmeldung zum 1.1. des Folgejahres                                      31. Oktober

* Gewinnung von neuen Mitgliedern / Wanderfreunden für die WG                                ständig

* Personalfragen sind Bestandteil der Führungstätigkeit:                                              laufend
1. Aufbau und Qualifizierung eines einsatzbereiten Stellv. WG-Ltr.
2. Gewinnung von Wanderfreunden zur Ausbildung zum Wanderleiter /
    Trainer C
3. Gewinnung eines Wanderfreundes /in als Kassierer

* Vorbereitung und Organisation von Wandergruppenfahrten                                       1 x jährlich

* Organisierung von Teambildenden Maßnahmen (z.B. Sommerfest, Kegeln)                 nach Bedarf

* Die Wandergruppen sind angehalten, eigenverantwortlich, oder in Zusammen-          1 x jährlich
  arbeit mit anderen WG, Sportwanderungen durchzuführen.

* Der Wandergruppenleiter nimmt Einfluss darauf, dass zu den Wanderhöhe-               3 x jährlich
   punkten im Jahr, den Sportwanderungen, eine möglichst hohe Beteiligung
   erreicht wird!

* Der WG-Ltr. arbeitet eng mit den Trainer C / den Wanderführer in der WG,               ständig
  die die Wanderungen in der Gruppe führen, zusammen.

* Sollte es bei Wanderungen zu einem Sportunfall kommen, hat der WG-Ltr.                bei Bedarf
  den Unfallmeldebogen auszufüllen und nach Bestätigung des Präsidiums
  bei der ARAG einzureichen.

Gruß
Klaus

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  Frauentag 2018
Geschrieben von: Kartenhexe - 02.02.2018, 19:04 - Forum: Ankündigungen - Keine Antworten

Liebe Wanderfreundinnen,
weil Willy Wusel nicht ins Forum kommt (technisches Problem), hat er mich gebeten, Euch über eine Zusatzwanderung zu informieren:

8. März 2018 (Frauentag): Überraschungswanderung unter dem Titel "Süße Versuchung". Es sind schon einige Plätze im Sonderbus reserviert, weil es ja ursprünglich eine Gruppen-Wanderung sein sollte. Aber auf vielfachen Wunsch ("Er kann nicht NEIN sagen") jetzt doch wieder ein größerer Teilnehmerkreis, maximal 55.
Treff: 10:00 Uhr am Sonderbus in der Nähe Connewitzer Kreuz, Kosten für den Bus ca. 13 oder 14 Euro, plus Wander"groschen", plus Kosten für "Kalorien", geplante Streckenlänge ca. 9 km, leicht hügelig, Rückkehr gegen 18 Uhr in Connewitz, die Frauen dürfen dieses Mal "was Liebes" mitbringen --- Ihr versteht.

So, nun heißt es - "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" (altes ungeschriebenes Gesetz, die Reihenfolge an der Mühle betreffend, also kein Schreibfehler). Ein Wunsch noch zum Schluss: Bitte nur gutgelaunte und fröhliche Teilnehmer[innen], aber andere haben wir ja gar nicht im Verein Shy .

Eure Kartenhexe vom "Kleeblatt"

Anmeldungen bitte unter Telefon 0341 3581358 oder E-Mail flohrmberg@aol.com

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  Änderung Wanderungen
Geschrieben von: Gelhaar - 30.01.2018, 10:32 - Forum: Änderungen - Keine Antworten

1) Wolfgang Buchwald: "Wanderung zu den Winterlingen im Leipziger Norden"
   Samstag 10. Februar/ Treffzeit unverändert.
   Vorverlegt wegen frühzeitigem Erblühen unserer gelben Lieblinge
2) Wolfgang Buchwald: "Wunderschöner Leipziger Norden"
   Samstag 24. Februar Treff: 9.00 Uhr Hänichen Straßenbahn Linie 11
   Weitere Infos unter: Wanderungen Februar

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  Leipziger Wintertour 2018
Geschrieben von: Willy Wusel - 19.01.2018, 12:46 - Forum: Änderungen - Keine Antworten

Vom Stadtforstamt erreichte uns folgendes Schreiben:
------------------------------------------------------------------------------------------------------
Sehr geehrte Wanderfreunde,

zum gestrigen Sturmereignis folgender Hinweis. Wir arbeiten mit Hochtouren an der Beseitigung der Schäden. Vorsorglich bitte ich um Beachtung, dass

- mit Sicherheit nicht alle Schäden bis morgen beseitigt werden können,
- ev. die Wanderroute angepasst werden muss,
- vernünftige Vorsicht beim Wandern geboten ist, es können noch Äste u.s.w. herabfallen.

Ich wünsche trotzdem einen schönen Wandertag !


Mit freundlichen Grüßen
  im Auftrag
  Jana Kriebel
  Forstoberinspektorin
  Sachgebietsleiterin
  Koordinierung

Stadt Leipzig, Der Oberbürgermeister
Amt für Stadtgrün und Gewässer
Abteilung Stadtforsten

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wir finden, eine tolle Zusammenarbeit mit dem Stadtforstamt im Interesse unseres Sports. Dafür einfach : DANKESCHÖN. Wir werden die Hinweise beachten und es soll kein/e Wanderfreund/in zu Schaden kommen.

.pdf   Plan 2018_01_20 Schild.pdf (Größe: 207,38 KB / Downloads: 104)

Wolfgang vom "Kleeblatt" im Auftrag von Wolfgang Buchwald (Gesamtleiter "Wintertour")

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  Feucht durchgewischt
Geschrieben von: Gelhaar - 09.01.2018, 17:04 - Forum: öffentliche Informationen - Keine Antworten

Im Forum haben sich seit 2015 einige "Karteileichen" angesammelt, sprich Forumteilnehmer die sich in den letzten zwei Jahren kein einziges Mal eingeloggt haben. Diese Einträge wurden in Absprache mit dem Vorstand entfernt. Davon betroffen sind derzeit 8 schlummernde Teilnehmer. Sollte das Interesse dennoch wieder aufflammen, eine neue Registrierung ist jederzeit möglich.

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  Betrachtung öffentlichens Wanderjahr 2017
Geschrieben von: Wandergeist - 08.01.2018, 23:32 - Forum: Vereinswanderungen und anderes... - Keine Antworten

   

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  Das Auensystem Leipzig
Geschrieben von: Klaus-Otto - 05.01.2018, 15:05 - Forum: Naturschutz - Keine Antworten

Hallo Liebe Wander- und Naturfreunde,

zu den Fragen des Schutzes des Leipziger Auwaldes hat sich die NuKla prominente Verstärkung ins Boot geholt.

Das Auensystem Leipzig
Betrachtungen zur Situation, Potenzialen und Erfordernis-sen für die Erhaltung des Leipziger Auwaldes

von Bernd Gerken


Die Örtlichkeit
Gegenstand dieser Betrachtung ist die vom Landschaftsplan der Stadt Leipzig er-fasste Fläche von rund 300 qkm, in der zwölf Gemeinden und zwei Landkreise zu-sammen wirken. Die Einwohnerzahl beträgt rund ca.1.085.000 Menschen bei steigender Tendenz.

Die Leipziger Auenlandschaft ist sowohl auf Grund der geomorphologischen Eigenheiten mit dem prägenden Einfluss eiszeitlicher Moränen als auch der urbanen Siedlungsdichte bei gleichzeitig noch anerkannt hoher Biodiversität und Ausstattung mit Arten der internationalen und nationalen Roten Listen in Deutschland einmalig (Mül-ler 1995).

Der standortökologische Zustand ist jedoch seit Jahrzehnten zunehmend kritisch - dem Auenwald fehlt das Wasser! Es wird ihm regelrecht vorenthalten, und bestimmte kanalisierte Gewässerabschnitte der Luppe und Nahle bewirken eine zusätzliche Drainage.
Heute ist das Leipziger Fließgewässersystem zum überwiegenden begradigt und durch Uferverbauungen seiner Gewässerdynamik beraubt ... Fließgewässer und ihre durch hohen Grundwasserstand geprägten Auen bilden als "Rückgrat" der Land-schaft einen Schwerpunkt des Biotopverbundes.
(Landschaftsplan 2013/14)


Einleitung
Wie jede Stadt hat Leipzig seine Besonderheiten - und es hat etwas, das in dieser Ausdehnung keine deutsche Stadt aufweisen kann: den Auwald, umgeben von ausgedehnter Niederungslandschaft mit derzeit leider hochintensiv bewirtschafteten Äckern. Von Gera her bis nahe an Halle bildet das Stadtgebiet von Leipzig mit seinem ausgedehnten Auwald ein Kernelement des Einzugsgebiets der Weißen Elster - ein Nadelöhr.

Europaweit bestehen noch zahlreiche desolate Zustände der Fließgewässer, gleich ob wir in Deutschland Abschnitte des Rheins, der Elbe, der Donau (sogar dort in Nationalparken resp. Biosphärenreservaten!) und der zahlreichen mittleren und kleinen Flüsse betrachten, oder auf dem Balkan im Bau befindliche Flussstaue und massiv ausgebaute Gewässerstrecken in Italien, Spanien und Frankreich betrachten. Doch nimmt in den vergangenen Jahren die umfassende Revitalisierung z.B. an Gewässern in Österreich und Deutschland Gestalt an. Hier seien beispielhaft die im Bereich des südlichen Oberrheins nördlich des Kaiserstuhls geplanten Maßnahmen genannt, die bisher nur stellenweise, doch schon Richtung weisenden Umgestaltungen von Murg, Elz und Dreisam. Blicken wir nach Nordrhein-Westfalen, an die Erft im unmittelbaren Umfeld des Braunkohlentagebaus am Niederrhein, an die Ruhr, die Lippe sowie Alme in Ostwestfalen, so erleben wir absolut vorbildliche Auen-Wiederbelebung, die konsequent auch durch städtische und Industriesiedlungen ge-führt wird. An der ostwestfälischen Altenau wurde ein 1990 von meiner Arbeitsgruppe in Höxter durchgeführtes Gutachten zu einer umfassenden Renaturierung im Jahr 2017 in die Realität umgesetzt: die Altenau kann wieder frei fließen!

Demgegenüber sehe ich in Leipzig ein kompliziertes Regelwerk an den zahlreichen Fließgewässerstrecken - und anscheinend soll es eher noch komplizierter werden!
Diese in anderer Hinsicht fortschrittliche Stadt hat einen sehr hohen ökologischen Nachholbedarf an ihren Fließgewässern. Die Wasserrahmenrichtlinie nimmt unerbittlich auch die Stadt Leipzig in die Pflicht. Den aktuell desolaten Zustand gilt es, bis 2027 in einen ökologisch guten Zustand zu überführen!

Zudem geschehen im Auwald Leipzig Forstmaßnahmen, die meinem Rechts- und Fachverständnis nach in einem FFH-, Vogelschutz- und Naturschutzgebiet nichts zu suchen haben - doch sie werden sogar als Maßnahmen für den Naturschutz bezeichnet. In diesem Beitrag sei nach dem Sinn der aktuellen Wald- und Standortbe-handlung gefragt und eine Empfehlung für eine grundlegende Neuorientierung bei der bisher wirtschaftlich orientierten Waldnutzung und der Abflussregelung ausgesprochen.
Der Beitrag ist eine bewusste und ausdrückliche Aufforderung, sich verstärkt der Beachtung und der Pflege der Auenwälder und Auenstandorte im Gebiet der Weißen Elster zu widmen. Auen gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensgemeinschaften Europas - wir brauchen buchstäblich jedes Vorkommen, und die Heilung dieses Zustands liegt ausschließlich in unseren Händen. Doch für die Forstwirtschaft könnte das Ausbleiben der Hochfluten im Auwald sogar erwünscht sein?

Der Begriff der Nachhaltigkeit avancierte als "seustainable devlopment" durch die Brundlandt-Kommission 1987 und die Konferenz von Rio 1992 zum Schlüsselbegriff der globalen Zukunftsdiskussion. Damit wurde ein normativer Begriff, der vor 300 Jahren von einem deutschen Ober-Berg-Hauptmann erstmalig für die (Raubbau-)Holzwirtschaft seiner Zeit formuliert wurde, zum Leitbegriff der internationalen Öko-logiedebatte erhoben, der seither in keiner politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Agenda fehlen darf. Wie selbstverständlich wird davon ausgegangen, dass dieses Konzept in seinem angestammten Bereich, der Forstwirtschaft, konsequent angewandt worden sei, sich bewährt und damit Vorbildfunktion habe. Doch wie berechtigt ist dieser von ihr selbst gerne behauptete - oder eben vorgeschützte - Anspruch?
Wilhelm Bode, 2017, Konsistenz - zur Kritik der forstlichen Nachhaltigkeit.


Der Auwald Leipzig
Der Auwald Leipzig ist standörtlich gestört. Auf den überwiegenden Flächenanteilen, denen die Lebensgrundlagen einer "lebenden Aue" zunehmend abhandengekommen sind, stocken deren Bestände. Aus dieser Situation leiten sich Empfehlungen ab, die eine Neuorientierung der forstlichen Tätigkeiten nahelegen. Von einer Fortsetzung der forstlichen Nutzung im Sinne einer „ordnungsgemäßen Forstwirtschaft“, wie sie zuletzt im Forstwirtschaftsplan (FWP 2017) festgelegt wurde, wird abgeraten, denn sie läuft Zielen des Arten- und Lebensraumschutzes zuwider.

Altbestände bleiben lange Zeit - viele Jahrzehnte lang - ihrer Struktur und Zusammensetzung nach Auenwälder auch dann, wenn die Standortbedingungen sich ändern. Die Altbestockung verhindert das Aufkommen von Jungwuchs. Durch natürliche Abgänge in der Baumschicht (umstürzende Altbäume) bleibt der Auenwald viel-fältig strukturiert. In diesem Zustand können Auenwälder Standortschwankungen überstehen - die raschmögliche Wiederherstellung der auentypischen Lebensbedingungen ist jedoch unbedingt angezeigt, die unter Auenbedingungen begründeten Bestände können sich dadurch von selbst wieder auf das Wiederauftreten der wechselnden Boden- und Oberflächenwässer einstellen.




Naturnaher Wald. Anklängen einer urwaldähnlichen Entwicklung in der Burgaue des Auwaldes Leipzig.
Foto: Burkhardt Kirchberg, 2017
Auch dieser Wald und seine Vorstadien sind vollständig aus Pflanzungen und natürlicher Ansaat hervorgegangen. Er diente zeitweise der Waldweide und wird von den Stadtforsten Leipzig in Fortsetzung einer jahrhundertelangen Tradition wirtschaftlich genutzt.

Da bedeutende Teile des Auwaldes Leipzig als FFH-, SPA- bzw. Naturschutzgebiet unter Schutz stehen und durch die Bevölkerung der wachsenden Großstadt intensiv zur Erholung genutzt werden, sollte hier der herkömmliche Forstwirtschaftsbetrieb zugunsten einer naturschutz- und bildungsorientierten Nutzung umgewidmet werden.

Durch jede Auflichtung wird eine Verjüngung der Bestände gefördert, die sich an die neuen, aktuell aber einer Aue untypischen Standortbedingungen anpasst. Diese Verjüngung - gleich ob sie "natürlich ankommt" oder aus Pflanzung hervorgeht - folgt den aktuellen Standortbedingungen, und das sind in Leipzig seit mehr als 80 Jahren keine auentypischen, sondern auenfremde Lebensbedingungen, die die Entstehung von Ulmen-Hainbuchen, Eichen-Hainbuchen- und Erlenbeständen fördern. Diese können sich allerdings auf einen erneut eintretenden Wechselwasserhaushalt kaum einstellen. Daher sollten, so lange die Standortbedingungen noch nicht wieder auen-typisch eingeregelt resp. zugelassen werden, diese Altbestände am besten sich selbst überlassen bleiben und Auflichtung durch Hiebsmaßnahmen unterbleiben.

Nach dem derzeit gültigen Forstplan soll der Anteil von Esche und Stieleiche am Bestand zugunsten der Eiche verschoben werden, weil angeblich die Esche weniger typisch sei. Das trifft nicht zu, und das geht u. a. aus den Gesellschaftsbezeichnun-gen Querco-Ulmetum, Fraxino-Ulmetum und Pruno-Fraxinetum hervor, die auch für den Leipziger Auwald in regionaltypischen Ausbildungen geprägt wurden. Es ist also fachlich nicht gerechtfertigt, die Baumartenanteile aus Vegetationsaufnahmen an Hartholzauewäldern auf den Auwald Leipzig zu übertragen: Durch "rechnerisch richtige" Herstellung eines bestimmten Baumartenverhältnisses kann ein Auwald nicht natürlicher gemacht werden. Eine Zunahme des Natürlichkeitsgrades kann nur erreicht werden, wenn der Bestand sich selbst überlassen wird UND so rasch wie möglich die ökosystemtypischen Standortbedingungen einer Aue wieder erfüllt werden.
Axt und Motorsäge sind naturfremde Eingriffsformen. Wie in den an Eiche und Esche reichen Auenwälder an Rhein, Elbe und Ems war die Arten-Zusammensetzung der Baumschicht und Strauchschicht wesentlich durch geschichtlich sich wandelnde Vorzugsholzarten begründet. Das gilt übrigens auch für fast alle übrigen Baumhölzer, da in Deutschland ein wirklich sich selbst überlassener Urwald mit vollständigem Inventar an Pflanzen und Tierarten einschließlich großer Weidetiere noch nicht zugelassen wird.

Femelschlag wird propagiert, weil mit ihm der Eichenanteil erhöht werden soll. Da gleichzeitig auch alte und junge Eichen entnommen werden (als Pflegemaßnahme bezeichnet), wird der Eichenanteil real reduziert. Die im Gebiet erkennbaren Femelschläge sind jedoch schon recht groß, und einzelne wachsen mit weiteren Femelungen des Folgejahres bereits zusammen - so entsteht eine viel zu starke Auflichtung, die im Ergebnis den Verlautbarungen, Naturschutz durch vorsichtige Auflichtung betreiben zu wollen, vollkommen widerspricht. U.a. werden dafür die Vorkommen von Frühjahrsgeophyten und des Maivogels Hypodryas (Euphydryas) maturna als Begründung angeführt. Wie im Waldfoto des Leipziger Arztes und Fotografen Burkhardt Kirchberg (s. o.) zu erkennen, ist der Wald auch ohne forstliche Eingriffe genügend licht, um zusammen mit Lichtungen entlang der Wege für den Maivogel optimale Lebensbedingungen zu bieten. (u. v. a. Wikipedia): "Die Tiere sind in feuchten, lichten Wäldern mit großen, jungen Eschenbeständen und mit Erlengebüschen bewachsenem Gelände zu finden. In Mitteleuropa sind ihre Populationen stark zurückgegangen und vielerorts verschwunden". Bei dieser Art ist besonders Wert auf die Luftfeuchte zu legen, die sich in Auwäldern von Natur sehr charakteristisch mit Jahresgang von hoher bis zeitweilig sehr geringer Luftfeuchte äußert. Daran mangelt es dem Falter - doch er wird so lange aushalten, bis auch für ihn die Bedingungen wieder artgemäß sein werden! Und auch bei den Frühjahrsgeophyten sehen Kenner keinen Mangel, der gezielte Auflichtungen etwa für den Märzenbecher rechtfertigen würde.
Das Vorkommen des Maivogels wird als Argument für forstwirtschaftlich motivierte Auslichtung verwendet – es ist aus ökologischer Sicht unberechtigt. Die Art ist viel-mehr ein Indikator dafür, dass die Auenstandorte bezgl. des Boden- und Überflutungswasserhaushalts dringend der Wiederherstellung bedürfen. Das gilt übrigens in noch stärkerem Maße für die bodenlebende Laufkäferfauna, die unmittelbar mit einer Wiederkehr zahlreicher Arten reagieren wird, welche die aktuellen, zu trockenen Zustände meiden.

Wenn, wie im Winter 2017/2018 geplant, auf Femelung flächenangrenzend auch noch Schirmschlag (Beschneiden der Baumkronen) erfolgen sollte, wird zusätzlich über die Maßen aufgelichtet werden. Davon wird vor allem der die Trockenheit und viel Licht bevorzugende, schnellwachsende und auentypische Baumarten verdrängende Bergahorn profitieren.
Auch gegen die Zunahme des Bergahorns bietet das Belassen des Altbestandes den besseren Schutz. Sobald in absehbarer Zeit der Wasserhaushalt wieder auentypisch eingestellt ist, kann der Bergahorn an den durch Altbaumausfall entstehenden Lücken zeigen, ob er unvermeidbarer Bestandteil des Leipziger Auenwaldes werden bzw. bleiben soll - weil Naturverjüngung unter auentypischen Standortbedingung genau dies verhindert. Nochmals: Bedrohte, gebietstypische Kräuter und Tiere, auch der Mittelspecht, brauchen im jetzigen Waldzustand keinerlei zusätzliche Auflichtung!

Im Auwald Leipzig wird stellenweise Mittelwald angestrebt. Mittelwälder sind eine historische Bewirtschaftungsform. Diese ist keineswegs typisch für Auen, wie die Quadratkilometer weiter Bestände auf mittleren Standorten beispielsweise in Mittel- und Ostfrankreich (u. a. bei Dijon) bis heute zeigen. Gleichwohl ist es interessant, historische Bewirtschaftungsmethoden in der Erinnerung der Bevölkerung zu halten. Somit mag es eine Zukunftsidee für die naturschutzgerechte Behandlung des Auwalds sein; doch aktuell ist auch diese Maßnahme mit einer sehr starken Auflichtung verbunden, die ohne das zur Verfügung stellen von naturnahen Hochwasserereignissen eine auenferne Vegetation fördert. Daher wird auch diesbezüglich Geduld und Zurückhaltung des auf Holznutzung achtenden Försters empfohlen. - Es gilt auf die Wiederherstellung der Auenbedingungen zu warten!

Es ist zu begrüßen, wenn die Verjüngung der Stieleiche angestrebt wird. Die Verjüngung soll bei den aktuellen Standortbedingungen jedoch allein der Natur überlassen bleiben. Warten wir nächste Sprengmasten ab (= massenweise Eichelfall und Keimung), die zeitlich mit natürlicher Auflichtung durch Ausfall nahestehender Altbäume erfolgt (Windwurf/Schneebruch/Alterung etc.). Dann werden reichlich Eichen zum Licht streben, und es werden sich ohne jeden kostenintensiven Pflanz- und Pflegeaufwand die Eichenbestände ganz von selbst auf natürliche Weise verjüngen und Zukunftsbäume entwickeln.
Von einer Verjüngung durch Eichenpflanzung wird jedoch dringend abgeraten. Dazu werden Bäume aus der Forstbaumschule eingesetzt, die schon mehr als 50 cm bis über 2m hoch sind. Ihre in die Tiefe strebende Hauptwurzel musste beim Umpflanzen gekappt werden. Das verschafft dem gepflanzten Baum einen gravierenden Vitalitätsverlust im Vergleich zur Naturverjüngung. Im Blick auf die lange Lebensdauer einer Eiche sollte der dem Waldschutz geneigte Förster deshalb getrost auf diese Naturverjüngung warten!

"Sanitärhiebe" an der Esche werden mit dem Eschentriebsterben begründet. Damit soll die Ausbreitung der Krankheit verhindert werden (FWP 2017). Dem fehlt jedoch jede Grundlage! Denn einmal eingetragene Pilzsporen sind aus dem Baumbestand nicht mehr zu entfernen. Bei jedem Einschlag verbleibt zudem die infizierte Krone im Bestand. Eine Krankheit kann nicht dadurch geheilt werden, dass man infizierte Exemplare entnimmt, die von sich aus Resistenzen bildenden Natur ist vielmehr darauf angewiesen, dem befallenen Organismus die Möglichkeit (also vor allem Zeit) zu ge-ben, sich ggfs. bis zum Individualtod zu wehren. Diese Geduld fordert die Natur von Waldpflegenden. Denn bis zu einem natürlichen oder schädlingsbegründeten Sterben bringt ein befallener Baum noch reichlich Nachwuchs: Mit jeder Jungpflanze wächst die Chance auf Erwerb natürlicher Resistenz.
Die andernorts betriebenen Versuche, durch Klonung resistente Exemplare zu züchten und diese dann auszubringen, halte ich für vergebliche Versuche (BMEL): Pilze sind in der Lage, Biotypen unterschiedlicher Aggressivität hervorzubringen. Ein resistenter Klon kann gegenüber einer natürlichen Veränderung des "Aggressor-Pilzes" erneut tödlich infizierbar sein. Dann waren Jahre des Versuchs umsonst.
Allein die Natur kann das Wechselspiel zwischen einem neuem Pilzaggressor und Wirtsbaum Esche dazu nutzen, dass der Invasor seinen Wirt nicht mehr umbringt.

Einzelstammweise Nutzung erscheint mir als die einzig zulässige Maßnahme der Holznutzung, solange die derzeit gestörten Auenbedingungen gegeben sind, denn sie führen nicht zu starker Auflichtung. Doch sind von Einzelstammnutzung alte Exemplare betroffen - und die sollten aus ökologischer Sicht so lange als möglich im Naturschutz-Auenwald bleiben. U. a. ist bekannt, dass Eichen erst ab 200 Jahre aufwärts als Lebensraum für seltene Flechten richtig interessant werden! Frisch geschlagene Eichen, die ich 2016/17 und in der aktuellen Hiebsperiode 2017-2018 fand, bilden einen Verlust im Naturschutzwald, der über 150 Jahre nicht ausgleichbar sein wird!

Bezüglich der Waldpflege im Leipziger Auwald fassen wir zusammen: eine forstwirtschaftliche Nutzung sollte zwingend so lange ruhen, bis sich langfristig stabile auentypische Standortbedingungen eingestellt haben. Sollte die bisherige Forstpolitik seitens Stadt und Land Sachsen im Auwald Leipzig fortgeführt werden, entstehen wirtschaftsgeprägte Forsten anstelle der vor Jahren unter Schutz gestellten naturnahen Stadien des Auwaldes. Es ist eine offenkundige Fehlinformation, wenn mitgeteilt wird, dass die Forstmaßnahmen den Naturschutzwert erhöhen (Der Umweltverband Ökolöwe verteidigt die derzeitige städtische Forstpolitik, Ökolöwe 2017).

Um einträgliche Waldwirtschaft zu betreiben, verfügt das Land Sachsen anderweitig über genug Holzboden, und die Einkünfte der Stadt generieren sich längst aus anderen, nicht an Wald und Forst gebundenen Einnahmequellen der Wirtschaft.

Es wird hiermit empfohlen, das für den Auwald Leipzig zuständige Forstamt der Stadt und des Landes Sachsen umzuwidmen. Als Modell der Umwidmung orientiere man sich an Nationalparken oder Biosphärenreservaten. Dort obliegt den Forstämtern vorrangig die Erfüllung praktischer Naturschutztätigkeit und die Bereitstellung von Bildungs- sowie Erholungsleistungen für die Bevölkerung der Region und der Touristen. Durch eine echte Konzentration auf den Naturschutz wird der Wert der Schutzgebiete gesteigert, was zur Zielsetzung der Unterschutzstellung gehört: Der Leipzi-ger Auwald kann und muss aus der wirtschaftlich orientierten Nutzung entlassen werden! Kein gesunder Wald kann sich ohne ihm gemäße Standortsituation entfalten.

Kein Wald ohne ihm gemäße Standortsituation
Die Standortbedingungen bilden stets die Voraussetzung für die Entstehung und langfristige Existenz der Wald-Ökosysteme. Auenwälder stellen besondere Anforderungen, indem sie einen Wechselwasserhaushalt benötigen. Die Lage des Grundwassers schwankt im Wurzelraum der Vegetation. Sie bestimmt die Wurzeltiefe der Bäume und Sträucher, und periodische Hochfluten prägen deren Wuchsleistung. Standorte der Hartholzaue sind von 20 bis 50 Tage dauernden fließenden, periodischen Hochwassern pro Jahr geprägt. Die ihnen im Niveau tiefer liegenden und vorgelagerten Weichholzauen sollten Überflutungen von bis über 200 Tage pro Jahr erfahren. Da wie jeder Auenwald auch der Leipziger Auwald ein Unikat ist, sind die hier genannten Pauschalangaben zum Wechselwasserhaushalt unvollständig und in der hier gebotenen Kurzfassung unzureichend. Das Prinzip Wechselwasserhaushalt mit schwankendem Grundwasser und Oberflächenwasser muss hier genügen.
Auenwälder erwarten fließende Hochwässer und keine Einstaue und stagnierende Wässer. Heftige episodische Überflutungen, die in weiten Jahresabständen folgen, ohne merkliche Grund- und Oberflächenwasserschwankungen, ermöglichen keine Auen-Ökosysteme. Daher eignen sich Polder nicht als Element echter Revitalisierungen.

Die Wiederherstellung von wechselnden Grundwasserständen und periodischen, sich in der Fläche ausbreitenden sog. Hochfluten begründen langfristig auch den Wert des Leipziger Auwaldes. Die typischen Wald- und Gebüschgesellschaften von Auen, beispielsweise der Mandelweiden-Korbweidenbusch oder Ausbildungen der Hartholzaue, werden dadurch gefördert. In Leipzig steht - wie europaweit in a l l e n Fließgewässer-Ökosystemen - die Re-Dynamisierung der Standorte mit der Umlagerung und dem Transport von Geschiebe und Schwebstoffen und damit konsequent die Revitalisierung der auentypischen Lebensgemeinschaften an.

Verschiedene Arbeitsgruppen bei sächsischen Forschungsinstitutionen und Verbänden befassen sich deshalb mit Modellen eines zukünftig naturnahen Abflusses der Weißen Elster und ihrer Nebenflüsse Pleisse, Parthe und Luppe.
Es zeichnet sich ab, dass insbesondere in der nordwestlichen Aue sehr weite Anteile des einstigen Überflutungsgebietes wieder für den natürlichen Abfluss geöffnet wer-den können! Erdbewegungen und zeitweiliges Zurückdrängen von Wald werden da-für nur in sehr begrenztem Umfang erforderlich. Das ist im Blick auf den Schutzstatus überdies geboten.
Auf einige der aktuell landschaftsprägenden, künstlichen Regelbauwerke sowie auf Dämme könnte absehbar und ohne erhöhtes Schadensrisiko verzichtet werden - z. B. entlang der so genannten Neuen Luppe. Das Nahle-Auslassbauwerk kann entweder als Baudenkmal außer Betrieb genommen oder in einem Teil so umgebaut werden, dass es in Ergänzung weiterer Maßnahmen (Deichschlitzung, Wiederherstellung historischer Gerinne) zu einer flächenhaften Überflutung bereits bei häufigen, "kleinen" Hochwasserereignissen beitragen kann.
Das mitten in der Stadt gelegene kantig-monotone Elsterbecken kann in einen recht naturnahen Zustand versetzt werden, wozu die zuständige Landestalsperrenverwaltung bereits Modelle erarbeitet hat. Für die Natur und Erholung suchende Stadtbevölkerung wird sich schon allein diese Maßnahme als Segen auswirken. Vergleichbares erleben beispielsweise die Einwohner Münchens mitten in der Stadt seit Jahren an den Isar-Auen! Diesbezüglich muss also seitens der Stadt Leipzig kein unsicheres Neuland betreten werden.
Eine veränderte neue Regelung des so genannten Gewässerknotens wird grundlegend zur flächenhaft auentypischen Oberflächenwasserzuflüssen im nordwestlichen Auengebiet beitragen. Auch die Entsorgung von Oberflächen-Abwässern und der durch den Ausbau der Kläranlage Rosenthal anfallenden, dreistufig geklärten Wässer sind mit der Neukonzeption des Gewässerknotens vereinbar.

Alle auenökologisch derzeit möglichen Maßnahmen können so gestaltet werden, dass für Siedlung und Menschen gefährliche Hochflutereignissen künftig noch seltener eintreten und auf der überwiegenden Fläche ganz ausgeschlossen sein werden.

Somit wird es nun zeitnah möglich, die Planungen zu einer flächenwirksamen Revitalisierung innerhalb weniger Jahre umzusetzen, denn alle technischen Kenntnisse liegen dazu bereits vor.
Zeitnah? Der vorliegende Aufsatz wird im Dezember 2017 geschrieben. Nahezu inhaltsgleich formulierte Prof. Dr. K. Müller bereits 1992 in "Der Leipziger Auwald - ein verkanntes Juwel.":
Der dezimierte und austrocknende Auwald muss wieder großzügig bewässert werden. Das ist möglich, durch Anlage von regionalen Überschwemmungsgbieten, wie dies bereits zur Zeit der Elster-Luppe-Regulierung für die Burgaue vorgeschlagen wurde. Auch im südlichen Auwald könnten im Laufe der vorgesehenen Elsterwassereinspeisung zeitweilige Überschwemmungsgebiete (südliches Ratsholz, Pausnitzlachen) geshaffen werden. Weiterhin gibt es Altarme, wie das Hundewasser bei Lützschena, die Alte Luppe bei Gundorf, die alte Elster südlich des Eichholzes wieder zu füllen. Dies trifft ebenso auf zahlreiche Lehmstiche und Kiesgruben in der Aue als unverzichtbare Kleingewässer zu. Die an Tagebaue angrenzenden Auengebiete (Eichholz, Connewitzer Holz, Pleißenaue Markkleeberg, Luppeaue zwischen Maßlau und Wal-lendorf) sind nur durch Stillegung dieser Tagebaue und großzügige Wiederbewässerungsprojekte zu retten.

Grund genug, jetzt in die Praxis zu gehen!


Das Hundewasser und die Weiße Elster 1907
(aus https://de.wikipedia.org/wiki/Hundewasse...r_1907.jpg)

Der im linken Bildteil zu sehende Rest des Hundewassers kann erneut in das künftige flächige Hochflutgeschehen einbezogen werden, indem dort der Deich der Neuen Luppe geschlitzt/teilweise abgetragen und in das Regelprofil der Neuen Luppe ein-gebaut wird.


Hundewasser in Leipzig Stahmeln
Das Hundewasser hatte eine Länge von etwa 7 km und eine durchschnittliche Breite von etwa 5 m. Der verbliebene Unterlauf ist heute 2.580 m lang und hat einen Abfluss von wenigen Litern pro Sekunde, einem Hundertstel des ursprünglichen Wertes.
Die Elsteraue hat im Bereich des Hundewassers eine Breite von etwa 3 km.
Die Weiße Elster hat deshalb zahlreiche Nebenarme wie das Hundewasser, die Luppe oder die Batschke ausgebildet. Geprägt durch viele Mäander und Altarme, hat auch das Hundewasser einen kleinen Nebenarm im Schlosspark Lützschena.
Bis zur Regulierung der Weißen Elster, welche bei Leipzig im Bau der Neuen Luppe gipfelte, wurden während der jährlich wiederkehrenden Hochwasser zusätzlich noch Altarme und Flutrinnen durchflossen, die sonst keine Verbindung zum Fließgewässer hatten. ... Der gravierendste Eingriff war der Bau der Neuen Luppe in den 1930er Jahren. Dabei wurde das Hundewasser, wie die meisten Nebenarme der Weißen Elster, unterbrochen und ist seitdem ein Altarm. Sein Unterlauf wird heute nur noch geringfügig durch Sicker- und Regenwasser gespeist. Der Oberlauf wurde inzwischen verfüllt.
(aus https://de.wikipedia.org/wiki/Hundewasse...r_1907.jpg)

Den verfüllten Oberlauf können wir nicht mehr herstellen, den verbliebenen Unterlauf können wir jedoch der Aue wieder zur Verfügung stellen!

Landwirtschaftlich genutzte Flächen
Die Stadt Leipzig verfügt mit über 10.000 ha über beachtlichen Grundbesitz, der landwirtschaftlich nutzbar ist.
Der Pfingstanger ist Teil dieses städtischen Eigentums und des Burgauen-Gebietes. Er bildet einen Teil FFH- und des SPA-Gebiets und sollte dem Hochflutgeschehen der Elster-Aue wieder vollständig zurückgegeben werden.
Infolge der intensiven Ackerwirtschaft ist diese Fläche in ihrer Funktion als Schutz-gebiet derzeit ökologisch zu 100% entwertet. Sie birgt jedoch ein sehr hohes Potenzial. Hier kann eine naturnahe Auenlandschaft durch Wiederherstellen historischer Gerinne erneut entstehen.
Die aktuelle Nutzung dort geschieht zwar im Sinne des Begriffs "ordnungsgemäße Landwirtschaft", jedoch bedeutet dies einen hohen Eintrag an Gülle, Kunstdünger und Pestiziden. Abgesehen von der allgemein-ökologischen und auch humanmedizinisch relevanten Verseuchung des Grundwassers (unseres Trinkwasserpotentials!) ist eine solche Nutzung in Auengebieten von großem Nachteil, da auf diese Weise das Grundwasser auf Jahrzehnte versucht sein wird.


Der Pfingstanger in Leipzig nordwestlich des NSG Burgaue ist ein
Teil der SPA- und FFH-Gebiete "Leipziger Auensystem"
(Auszug aus "Karte der Schutzgebiete" aus dem Landschaftsplan für Leipzig von 2013/2014)

Auf Luftaufnahmen der Fläche sind noch heute Strukturen einstiger Gewässerarme der Weißen Elster erkennbar. Im Rahmen eines E&E-Vorhaben können diese wiederhergestellt werden, um so auf dieser Fläche modellhaft ein Auenökosystem vollständig neu entstehen zu lassen.


Ausblick
Das Auensystem Leipzig ist gemäß den Anforderungen der WRRL als Element des gesamten Einzugsgebiets der Weißen Elster zu betrachten. Sowohl oberhalb ab Gera in Thüringen als auch unterhalb von Leipzig bis zur Mündung in die Saale bestehen zahlreiche gute Möglichkeiten, ursprüngliche Überflutungsräume wieder für den Fluss zurück zu gewinnen. Dabei wird auch die Durchgängigkeit für Fische und die übrige Wasserfauna im gesamten Flussgebiet wieder erreicht werden. Aktuell wurde dazu das Konzept für eine Machbarkeitsstudie fertig gestellt, deren Ziel die Ermittlung der kurz- und mittelfristig möglichen Revitalisierungsmaßnahmen ist. Im an-schließend angestrebten Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben sollen in Kooperation aller relevanten Behörden, Verbände und Forschungseinrichtungen modellhafte Maßnahmen in der Region durchgeführt werden.

Zusammenfassung
Die Bedeutung einer Standortsanierung im gesamten Einzugsgebiet der Weißen Elster in Thüringen, Sachsen Anhalt und Sachsen mit dem Ballungsgebiet um Leipzig wird erörtert. Es wird skizziert, dass grundlegende Änderungen am bestehenden Regulationssystem der Weißen Elster in weiten Teilen der nordwestlichen Niederungslandschaft der Auencharakter wieder gewonnen werden kann. In der aktuellen Forstpraxis bedient man sich seit Jahren zunehmender Hiebs- und Pflanzungsmaßnahmen, die einer weithin üblichen, intensiven Forstwirtschaft gleichen. Sie werden den Anforderungen des Schutzstaus als FFH-, SPA- und Naturschutzgebiete des Auwalds Leipzigs nicht gerecht. Daher wird gemäß der in Nationalparken resp. Biosphärenreservaten üblichen Praxis die Umwidmung der für den Auwald Leipzig zu-ständigen Forstämter zugunsten von Naturschutz, Naherholung und Tourismus empfohlen.

Literatur
BezReg Arnsberg o.D.: Ein Fluß wird wild. Die Renaturierung der Ruhr in Arnsberg. - Arnsberg
BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben, in https://www.fnr.de/presse/pressemitteilu...a26bca8930
Gerken, Bernd 1988: Auen - verborgene Lebensadern der Natur. - Freiburg
Müller, Gerd K. 1992: Der Leipziger Auwald - ein verkanntes Juwel der Natur. Leipzig, Jena, Berlin
Müller, Gerd K. 1995: Die Leipziger Auen. Bestandsaufnahme und Vorschläge für die Entwicklung. - Dresden
FWP 2017: Stadt Leipzig; Forstwirtschaftsplan 2017 (incl. Sanitärhiebsplanung nach Eschentriebsterben (ETS) für den Stadtwald Leipzig). In http://www.leipzig.de/stadtwald
Elz o. D.: Renaturierung des Elzkanals in http://www.bund-rvso.de/elz-fluss.html
Ökolöwe 2017: Was hat es mit den aktuellen Pflegemaßnahmen im Auwald auf sich? https://www.oekoloewe.de/Auwald_aktuell.html
Und in http://www.oekoloewe.de/text/text,4060,A...tuell.html) .

Ostwestfalen-Lippe 2017: Gewässerentwicklung mit Mehrwert. Renaturierung in Ostwestfalen. - Detmold


Anschrift des Verfassers:

Prof. Dr. Bernd Gerken
Sächsisches Aueninstitut für Mitteldeutschland
Otto-Adam-Straße 14 - NUKLA e. V.
D - 04157 Leipzig

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  Runde Geburtstage im Januar 2018
Geschrieben von: Willy Wusel - 02.01.2018, 14:20 - Forum: Wir gratulieren... - Keine Antworten

Smile   Wir gratulieren ganz herzlich *)   Smile




Barbara Malige Wandergruppe  „Engelsdorfer Füchse“ zum  65. Geburtstag am  1.  Januar
Bernd Fiebiger Einzel - Mitglied zum  60. Geburtstag am  2.  Januar
Sabine Stechert Wandergruppe  „Flotter Schritt“ Grimma zum  70. Geburtstag am  2.  Januar
Marion Herbst Wandergruppe  „Auwald" zum  70. Geburtstag am  3.  Januar
Adelheid Heinze Wandergruppe  „Stötteritzer Wäldchen“ zum  70. Geburtstag am   6.  Januar
Christine Opitz Wandergruppe  „Berg & Tal" Grimma zum  70. Geburtstag am   7.  Januar
Werner Herfter Wandergruppe  „Auwald" zum  75. Geburtstag am   7.  Januar
Waltraud Berner Wandergruppe  „Leipzig-Leutzsch" zum  70. Geburtstag am   9.  Januar
Volkmar Schnieber Einzel - Mitglied zum  75. Geburtstag am 10.  Januar
Jürgen Kunz Wandergruppe  „Elsteraue“ zum  70. Geburtstag am 16.  Januar
Roland Hauschild Wandergruppe  „GutsMuths“ zum  80. Geburtstag am 18.  Januar
Ursula Hartwich Wandergruppe  „Goldener Oktober“ zum  75. Geburtstag am 26.  Januar
Christina Müller Wandergruppe  „Muldentaler“ Wurzen zum  65. Geburtstag am 28.  Januar
Monika Wende Wandergruppe  „2Meilenstiefel“ zum  70. Geburtstag am 28.  Januar


Allen Wanderfreunden die besten Wünsche für Gesundheit und Glück sowie immer viel Freude am Wandern.


*)  Wir möchten gern allen Wanderfreunden, die einen runden Geburtstag feiern, auf diesem Wege gratulieren.

Sollten wir jedoch bei Einzelnen "ins Fettnäpfchen treten" - bitte eine Nachricht, dann verzichten wir auf Namensnennung oder "schwärzen" die Zahl.

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  Sächsische Huckel, Hügel & Berge" - Etappe 2
Geschrieben von: Willy Wusel - 31.12.2017, 12:31 - Forum: Änderungen - Keine Antworten

Liebe Mitwanderer auf der nächsten Etappe,

in der Organisation gibt es eine wichtige Änderung: Treff und Start jetzt 8:50 Uhr, direkt in Markkleeberg-Auenhain, Bornaer Chaussee, Bushaltestelle "Seepark" (nicht Kanupark !!!).
Start ist zu erreichen mit
- Bus der Linie 141 ab Leipzig-Probstheida, Abfahrt 8:35 Uhr oder
- Bus der Linie 106 ab Bahnhof Markkleeberg (Mitte), Abfahrt 8:30 Uhr),   Zustieg an der Endstelle der Straßenbahn Linie 11 in Markkleeberg-Ost 8:36 Uhr,
 jeweils mit MDV-Ticket Zone 110 (aus Leipzig) und Zone 151,

- Bus der Linie 141 ab Bahnhof Borna, Abfahrt 7:48 Uhr --- für Wanderfreunde aus Bad Lausick und Umgebung,

Alle 3 Busse sind etwa zeitgleich 8:45 Uhr am "Seepark".
Wanderfreunde aus "entlegenen Gebieten", die gern ihren Pkw am Ziel Thierbach abstellen wollen, um schneller nach Hause zu gelangen, hätten die Möglichkeit, mit Bus der Linie 144 bereits 7:33 Uhr ab Sportplatz Thierbach zum Start zu fahren --- Umstieg aber in Espenhain dann in den Bus 141, der von Borna kommt.

Rückfahrt, nach Einkehr im Gasthof "Thierbach" dann wahrscheinlich 16:33 Uhr (notfalls 17:33 Uhr) mit Bus 144 nach Böhlen zur S-Bahn --- MDV-Tarifzonen 153, 152, 151 und 110).

Wer sich noch nicht angemeldet hat und Wert auf ein "buntes Blatt Karton" mit seinem Namen legt, möge mir eine "elektronische Brieftaube" schicken.

mit freundlichen Grüßen
Wolfgang vom "Kleeblatt"

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